Die Geschichte des Musikvereins »BAVARIA« Neunkirchen e.V.

 

Mit derzeit 42 aktiven und 118 passiven Mitgliedern ist der Musikverein »BAVARIA« in Neunkirchen ein wichtiger Kulturträger. Das genaue Gründungsdatum ist leider nicht bekannt. Doch ist den Geschichtsbüchern zu entnehmen, dass Jakob Keller – ein gebürtiger Fechenbacher – der von 1918 bis 1933 Pfarrer in Neunkirchen war, die Kapelle im Frühjahr 1919 ins Leben rief.
 
Die ersten Musikanten spielten auf Instrumenten, die teilweise von Pfarrer Keller, teilweise von den Musikern oder der Kapelle selbst angeschafft wurden. Die ersten Proben der jungen Kapelle fanden in der Holzhalle neben dem Pfarrhaus statt – bei Kerzenlicht und später mit Spirituslampen. Im Frühjahr 1920 verzeichnete die Kapelle eine erhebliche Vergrößerung. Ab diesem Jahr wurde auch das erste Kassenbuch geführt. Mit den neuen Musikern waren dies schon 17 Instrumentalisten die von Pfarrer Keller ausgebildet und geleitet wurden.
 
Die Gründungsmitglieder:

Vorne links:
Josef Knörzer, Pfarrer Keller, Theodor Schell, Ludwig Betzwieser und Alois Berberich.

Zweite Reihe:
Alois Eyrich, Alfred Schell, Hermann Busch, Ludwig Horn, Josef Horn und Heinrich Rüttiger.

Hintere Reihe:
Anton Knörzer, Alfons Hennich und Anton Walter.

 
Die Finanzierung der Kapelle war damals sehr schwierig. Doch Pfarrer Keller unterstützte seine Musiker auch dabei. Aus dem Kassenbuch geht hervor, dass in den ersten Jahren die Haupteinnahmen aus kirchlichen Kollekten diverser Feiertage stammten, die Pfarrer Keller der Kapelle überließ. Neben den rein kirchlichen Auftritten kamen bald öffentliche Auftritte hinzu. Der erste Auftritt außerhalb des Ortes war am 27. Juli 1921 bei der Einweihung des Kriegerdenkmals in Eichenbühl. Dieser Spieltermin brachte 400 Mark in die Vereinskasse und eine Presseveröffentlichung in der Zeitung mit folgendem Wortlaut:
 
„Besondere Anerkennung gebührt der jungen Kapelle von Neunkirchen. Für die kurze Zeit ihres Bestehens leistet sie geradezu Staunenswertes und man kann ihrem Gründer und Leiter, Herrn Pfarrer Keller zu den Leistungen und zum Erfolg nur bestens beglückwünschen“.
 
Die Pflege der Gemeinschaft kam schon zu dieser Zeit nicht zu kurz. So spielten die Musiker ihren Mitgliedern auch Ständchen bei Hochzeiten und zu Geburtstagen.
 
In der Kriegszeit war die Musikkapelle zum größten Teil verwaist. Danach nahmen sich die Heimatvertriebenen Sußmann und Jakob der noch schwachen Kapelle an.
 
Alois Sußmann, ein Militärmusiker, kümmerte sich besonders um Nachwuchs und dessen Ausbildung. Er unterrichtete unter anderem auf Trompete auch Erika Schidlo. Sie war die erste Frau in einer Blaskapelle im Landkreis Miltenberg. Dies sorgte bei jedem Auftritt der Kapelle für Aufsehen und Anerkennung.
 
Unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Helmut Schell wurden am 29. Juni 1957 im Gasthaus Adler in Neunkirchen die Vereinsstatuten festgelegt. Hier wurde auch die Musikkapelle in Musikverein »BAVARIA« Neunkirchen umbenannt.
 
Den Namen »BAVARIA« haben wir Herrn Stefan Berberich, dem späteren Schriftführer, zu verdanken. Er hat diesen Namen der Versammlung vorgeschlagen – die Versammlung hat den Namen angenommen und befürwortet.
 
Als erster Vorsitzender wurde 1957 Hermann Busch, als zweiter Vorsitzender Burkhard Seubert gewählt. Zum Schriftführer wurde Stefan Berberich und zum Kassier wurde Karl Schell gewählt.
 
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein bereits 15 aktive und 78 passive Mitglieder, darunter auch Richelbacher und Umpfenbacher Einwohner. Kapellenmitbegründer Alois Eyrich stiftete dem neugegründeten Verein ein Flügelhorn und einige Jahre später ein Piston.
 
Das erste Vereinsfest vom 13. bis 15. Juli 1957 wurde durch die Teilnahme von zehn auswärtigen Musikkapellen zu einem herausragenden Ereignis. Zwei Jahre später richtete man auch das Kreismusikfest aus.
 
Anfang der 60iger Jahre konnte der Musikverein den gelernten Militärmusiker Albin Schierung als Dirigent gewinnen. Er bildete viele junge Musiker aus. Unter seiner musikalischen Leitung erspielte man sich bei diversen Wertungsspielen erste Ränge. Er wurde auch während seiner Dirigententätigkeit zum Ehrenbürger von Neunkirchen ernannt.
 
Sein Nachfolger Johannes Dembinski forderte Ende der 60iger Jahre eine weitere Leistungssteigerung. Es war seine erste Dirigentenstelle in einem Musikverein.
 
Von 1977 bis 1980 übernahm Norbert Knörzer die musikalische Leitung des Vereins. Er erweiterte das Repertoire des Vereins besonders in der Sparte Tanz- und Unterhaltungsmusik.
 
Ab 1980 hat Edwin Schell den Dirigentenstab des Musikvereins übernommen.
 
1990 konnte er mit Unterstützung eines Reisebüros aus Wetzlar eine Konzertreise in die USA organisieren. Auftritte der 20 Musiker und 2 Fahnenträgern in Los Angeles, Phönix, Las Vegas und San Francisco wurden zu einem unvergesslichen Ereignis.
 
Ab Januar 1993 dirigierte Herr Oleg Lieder den Musikverein, der auch die Ausbildung einiger Jugendlicher übernahm.
 
Ab 1995 hat Edwin Schell wieder die musikalische Leitung übernommen. So gelang es 1995 wiederum eine Konzertreise in die Vereinigten Staaten zu organisieren. Diesmal reiste der Musikverein mit 23 Musikern und wieder 2 Fahnenträgern.
 
Im Dezember 2007 wurde der Dirigentenstab an Nachfolger Florian Bieber aus Miltenberg übergeben. Aus beruflichen Gründen konnte Herr Bieber das Amt leider nur bis Oktober 2009 ausüben. Er übergab den Taktstock an den Militärmusiker Dominik Giegerich aus Mömlingen.
 
Seit Januar 2011 leitet Herr Stefan Braunwarth aus Eschau die musikalischen Geschicke des Musikvereins.
 
Am 1. Oktober 2017 durfte der Musikverein »BAVARIA« den Wies’n Frühschoppen des Bayer. Fernsehens auf der Oiden Wies’n anlässlich des Oktoberfestes in München mitgestalten. Unser Musikstück – ein Marsch – „Gruß an Würzburg“ wurde live im bayerischen Fernsehen übertragen.
 
Am 18. Mai 2019 konnten die beiden Vorsitzenden Edwin Schell und Veronika Schidlo sowie die Musikkollegen Ralf Schidlo und Philipp May im schönen Prunksaal des Rathauses von Landshut die Pro-Musika Plakette aus den Händen von Staatsminister Herrn Bernd Sibler entgegennehmen.
 

Von links: Staatsminister Bernd Sibler, Philipp May, 1.Vors. Edwin Schell, 2.Vors. Veronika Schidlo,
Präsident Bayer. Musikrat Dr. Thomas Goppel, Ralf Schidlo, Präsident Musikverband Untermain Berthold Rüth,
Oberbürgermeister der Stadt Landshut Alexander Putz
 
Diese Auszeichnung verleiht der Bundespräsident seit 1968 an Musikvereine, die sich in ihrer mindestens 100-jährigen Vereinsgeschichte intensiv und erfolgreich der Instrumentalmusik widmen.
 

100 Jahre Musikverein »BAVARIA« e.V. 

Vom 27. bis 30. Juni 2019 feierte der Musikverein sein 100 jähriges Bestehen mit einem 4 tägigen Jubiläumsfest.
 
Zum Auftakt am Donnerstag dem 27. Juni 2019 gaben Heeresmusiker aus Veitshöchheim ein Benefizkonzert zugunsten der Helfer-vor-Ort-Gruppe Umpfenbach und der Jugendförderung des Musikvereins »BAVARIA« in der Pfarrkirche St. Peter und Paul Neunkirchen.
 
Am Freitag 28. Juni 2019 war die Partyband „Frankenbengel“ zu Gast.
 
Am Samstag 29. Juni 2019 konnten folgende Kapellen begrüßt werden:
Fanfarenzug Fränkische Herolde Neubrunn, Musikverein Riedern, Musikzug Eichenbühl, Musikverein Odenwälder Trachtenkapelle Wenschdorf-Monbrunn, Musikverein Schippach, Musikverein Hundheim.
 
Der Sonntag 30. Juni 2019 begann mit einem Festgottesdienst für alle verstorbenen Mitglieder des Musikvereins in der Kirche St. Peter und Paul. Den Festkommers und die Ehrungen langjähriger aktiver Musiker umrahmten im Festzelt musikalisch der Musikverein aus Rauenberg.
 
Im weiteren Verlauf wurden noch folgende Kapellen begrüßt:
Musikverein Götzingen, Musikverein Dörlesberg, Musikverein Hettingen, Musikverein Eichenbühl, Musikverein Richelbach.
 
Das Jubiläumsjahr 2019 wurde mit einem Konzert am 27. Oktober 2019 in der Schützenhalle Umpfenbach unter Mitwirkung des Musikvereins Richelbach beschlossen.
 

Seit ihrer Gründung wurde die Musikkapelle »BAVARIA« von folgenden Personen geführt: 

Erster Vorsitzende:   Zweite Vorsitzende:
  • 1919 bis 1920 Hermann Busch

  • 1921 bis 1947 Josef Knörzer

  • 1947 bis 1957 Burkard Seubert

  • 1957 bis 1972 Hermann Busch

  • 1972 bis 1975 Alfred Breitbenbach

  • 1975 kurzfristig Werner Hennich

  • 1975 bis 1987 Rudi Scheurich

  • 1987 bis 1995 Hans Schmitt

  • 1995 bis 2010 Bernhard Berberich

  • Seit 2011 Edwin Schell

 
  • 1957 bis 1964 Burkhard Seubert

  • 1964 bis 1972 Richard Horn

  • 1972 bis 1974 Hans Schmitt

  • 1974 bis 1977 Werner Hennich

  • 1977 bis 1982 Willi Schneider

  • 1982 bis 1989 Bernhard Berberich

  • 1989 bis 1995 Philipp May

  • 1995 bis 2017 Ralf Schidlo

  • Seit 2017 Veronika Schidlo

Kassierer:   Schriftführer:
  • 1957 bis 1964 Karl Schell

  • 1964 bis 1972 Alfons Wolf

  • 1972 bis 1977 Edwin Schell

  • Seit 1977 Josef Henn

 
  • 1957 bis 1961 Stefan Berberich

  • 1961 bis 1972 Hermann Schell

  • 1972 bis 1977 Norbert Knörzer

  • 1977 bis 1980 Edi Horn

  • 1980 bis 1983 Andrea Becher

  • Seit 1983 Elli Zecha

 
Derzeitige Ehrenmitglieder sind: 
Richard Horn, Anton Rüttiger, Rudi Scheurich, Albin Schell, Josef Klingert, Willi Berberich, Hans Schmitt
 
 

 

 

 

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